KI-360°-Umsetzungsstudie 2025: Warum manche Insitute KI wirksam skalieren – und andere trotz Tools stagnieren
Künstliche Intelligenz ist in den Genossenschaftsbanken angekommen. Lizenzen wurden ausgerollt und Schulungen durchgeführt. Dennoch zeigt sich in der Praxis ein sehr unterschiedliches Bild: Während manche Institute bereits messbare Wirkung erzielen, bleibt der Einsatz von KI in anderen Häusern auf einzelne engagierte Mitarbeitende oder Teams begrenzt. Genau hier hat unsere KI-360°-Umsetzungsstudie 2025 angesetzt.
Gemeinsam mit Genossenschaftsbanken unterschiedlicher Größenordnungen wurde untersucht, wie KI strategisch verankert, operativ umgesetzt und organisatorisch skaliert wird. Die Studie analysiert die Dimensionen Strategie, Technologie, Governance, Anwendungsfälle sowie Veränderung und Lernen – und liefert damit ein strukturiertes Gesamtbild zur KI-Etablierung innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe. Die zentrale Erkenntnis: Nicht die Größe eines Instituts entscheidet über den Erfolg von KI. Entscheidend ist, ob KI Bestandteil der Strategie und der Steuerungslogik geworden ist.
KI-360°-Umsetzungsstudie 2025 – Einblicke
Zwischen Einzelinitiative und organisationaler Wirkung
In vielen Instituten zeigt sich ein ähnliches Muster: Einzelne Mitarbeitende nutzen KI bereits intensiv und erzielen spürbare Verbesserungen im Arbeitsalltag. Kundengespräche werden strukturierter vorbereitet, Recherchen beschleunigt oder administrative Tätigkeiten effizienter abgewickelt. Die Effekte sind real – bleiben jedoch häufig lokal begrenzt.
Was oft fehlt, ist die strukturelle Verankerung. KI-Nutzung taucht vielerorts weder in Zielsystemen noch in der Führungsarbeit oder Regelkommunikation auf. Dadurch bleibt sie optional und verliert im Tagesgeschäft schnell an Priorität.
Die Studie zeigt deutlich: Häuser mit hoher Umsetzungstiefe behandeln KI nicht als isoliertes IT-Thema, sondern als dauerhafte Transformation und strategisches Handlungsfeld. Fortschritte werden anhand konkreter Wirkungsziele gemessen, Verantwortlichkeiten klar definiert und erfolgreiche Anwendungsfälle gezielt skaliert.
Transparenz schafft Steuerungsfähigkeit
Die KI-360°-Umsetzungsstudie liefert Vorständen und Führungskräften erstmals einen belastbaren Benchmark innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe. Institute erhalten Transparenz darüber, wo sie im Vergleich zu anderen Häusern stehen, welche strukturellen Risiken bestehen und welche Handlungsfelder den größten strategischen Hebel besitzen.
Besonders sichtbar wird dies im Bereich Governance und Regulatorik. Viele Banken haben bereits erste KI-Anwendungen etabliert, verfügen jedoch noch nicht über vollständig operationalisierte Governance-Strukturen. Die Studie ermittelt, ob die Anforderungen des EU AI Acts entsprechen umgesetzt wurden – und wo organisatorische Nachschärfungen notwendig werden.
Warum Technologie allein nicht ausreicht
Ein weiteres zentrales Ergebnis betrifft die Rolle von Veränderung und Lernen. Technologische Verfügbarkeit führt nicht automatisch zu organisationaler Nutzung. Entscheidend ist, ob Mitarbeitende KI als festen Bestandteil ihres Arbeitsalltags verstehen – und ob Führungskräfte diese Nutzung aktiv begleiten.
In erfolgreichen Häusern wird KI regelmäßig in Bereichs- und Monatsgesprächen thematisiert. Gute Anwendungsfälle werden sichtbar gemacht, Erfahrungen zwischen Teams übertragen und konkrete Erwartungen formuliert. Teilweise ist die Nutzung von KI bereits Bestandteil individueller Zielvereinbarungen.
Dadurch entsteht ein qualitativer Unterschied: KI wird nicht mehr als experimentelles Werkzeug betrachtet, sondern als struktureller Bestandteil der Wertschöpfung.
KI wird zur Führungsfrage
Die Ergebnisse der KI-360°-Umsetzungsstudie machen deutlich: KI ist längst keine reine Technologieentscheidung mehr. Sie entwickelt sich zunehmend zu einer strategischen Führungsfrage.
Entscheidend ist nicht allein die Anzahl vorhandener Use Cases oder durchgeführter Schulungen. Entscheidend ist vielmehr, ob KI in Zielsystemen, Bereichsplanungen und Steuerungsroutinen verankert wurde – und ob organisationale Wirkung messbar gemacht wird.
Die eigentliche Herausforderung liegt deshalb weniger im Zugang zu Technologie als in ihrer Operationalisierung innerhalb der Organisation. Oder anders formuliert: KI skaliert nicht durch bloße Verfügbarkeit. Sie skaliert durch Führung, Steuerung und konsequente organisatorische Verankerung.
Ausblick: Nächste Studienrunde Ende 2026
Für Ende 2026 ist bereits eine Weiterentwicklung der KI-360°-Umsetzungsstudie geplant. Aufbauend auf den bisherigen Ergebnissen soll die nächste Erhebung noch stärker auf die konkrete Umsetzungspraxis in den Instituten eingehen. Ergänzend zu den strukturierten Fragestellungen sind vertiefende Interviews vorgesehen, um organisatorische Erfolgsfaktoren, Herausforderungen und unterschiedliche Entwicklungsstände bei der KI-Operationalisierung noch besser nachvollziehen zu können. Ziel ist es, nicht nur den Status quo zu erfassen, sondern auch die tatsächliche Entwicklung der KI-Nutzung innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe im Zeitverlauf transparenter zu machen.