Neuerungen in der Adressrisikosteuerung im Kundengeschäft

Zurück-Button

Integration von Verlustquoten, neue Risikoprämie und barwertiges Kreditportfoliomodell (KPM-KG barwertig)

Die Risikoklasse Kreditrisiko Kundengeschäft steht wegen ihrer grundlegenden Bedeutung für die Risikotragfähigkeit im Fokus der Adressrisikosteuerung und damit im Interesse der Bankenaufsicht. Eine adäquate Abbildung der aufsichtsrechtlichen Anforderungen hinsichtlich der ökonomischen Risikotragfähigkeit stellt die Genossenschaftsbanken mittelfristig vor große Herausforderungen. Weitere Details zu den Neuerungen finden Sie hier.

Im ersten Schritt wurde im aktuellen VR-Control-Release 6.5 der Blankoansatz im bestehenden KPM-KG um die Exposure-Größen „Blankovolumen (LGD)“ und „Modellierter Verlust (LGD)“ erweitert, um die mittels des Gesamtobjektverwertungserlöses („Gove“) ermittelten Sicherheitenwerte bzw. einen modellierten Verlust unter Berücksichtigung weiterer Parameter wie Saldenquoten, Wiedergesundungen, Einbringungen und Kostenkomponenten nutzen zu können.

In der VR-Control-Version 6.6 (voraussichtlich ab Herbst 2022) erfolgt eine Integration der LGD-Quoten in die Risikoprämie. Auch hierzu lohnt sich eine frühzeitige Betrachtung, da die Risikoprämie die zentrale Eingangsgröße für das barwertige Kreditportfoliomodell darstellen wird. Darüber hinaus stellt diese eine zentrale Komponente in der ökonomischen Risikotragfähigkeit dar.

Das barwertige Kreditportfoliomodell ermöglicht eine vollständige Integration der Adressrisiken im Kundengeschäft inkl. Migrationsrisiken, die im Sinne des ICAAP-Leitfadens zwingend zu berücksichtigen sind.

Abbildung Neuerungen in der Adressrisikosteuerung im Kundengeschäft

Abbildung: Gegenüberstellung der wesentlichen Unterschiede zwischen dem aktuell produktiven KPM-KG periodisch und dem künftigen KPM-KG barwertig

Abbildung Beispielhafte Berechnung zum Expected Loss im KPM-KG barwertig

Abbildung: Beispielhafte Berechnung des barwertigen Expected Loss im KPM-KG barwertig

Durch den in Q1/2022 anstehenden LSI-Stresstest sowie den Wegfall des Annex des ICAAP-Leitfadens zum 31.12.2022 ist das Zeitfenster für eine angemessene Parametrisierung, die Integration in die Steuerungsprozesse und die Risikotragfähigkeit sowie eine Angemessenheitsprüfung und Dokumentation sehr gering. Da der Roll-out der VR-Control-Version 6.6 voraussichtlich erst in der zweiten Jahreshälfte 2022 erfolgt, wird zudem kein langer Parallelbetrieb möglich sein. Daher ist eine frühzeitige Auseinandersetzung mit den neuen Verfahren und die Kommunikation der Risikokennzahlen in den Instituten erforderlich.

Wir unterstützen Sie gerne bei

  • Parametrisierung und Interpretation der Verlustquoten im bestehenden KPM-KG-Kontext
  • Dokumentation und Angemessenheitsprüfung der Verlustquoten
  • Überleitung, initialer Parametrisierung, Angemessenheitsprüfung und Dokumentation des KPM-KG barwertig
  • Inhouse-Schulungen der zuständigen Mitarbeiter und Führungskräfte
  • Anpassung der Adressrisiko-Reports auf die neuen Verfahren

Hierfür entwickeln wir Analysen, Tools und Dokumentationen, um Ihnen den Umstieg effizient und ressourcenschonend zu ermöglichen sowie einen umfassenden Know-how-Aufbau zu gewährleisten.

 ANSPRECHPARTNER

 CP BAP

Friedrich Feuerschütz
T +49 221 47 45 21 90
E-Mail schreiben

 CP BAP
 CP BAP
 CP BAP