Harmonisierte Szenarien: Validierung – Schweregrad prüfen und adäquat umsetzen

Derzeit steht das Thema harmonisierte Szenarien bei Sparkassen sowohl in der ökonomischen als auch in der normativen RTF stark im Fokus. Die neu veröffentlichten Szenarien der SR bringen zahlreiche Änderungen und Neuerungen mit sich. Für die Institute ergibt sich hierdurch ein zusätzlicher und erhöhter Aufwand für die dezentrale Validierung und eine angemessene Ergebnisinterpretation.

Das neue Szenario „Immobilienkrise aufgrund von Zinsanstieg“ ist im ersten Quartal 2026 vor dem Einsatz umfassend zu validieren und detailliert mit den Ergebnissen des neuen Szenarios „Schwerer konjunktureller Abschwung“ zu vergleichen. Besonders relevant ist die Frage, ob die Szenarien einen ausreichenden Schweregrad aufweisen und alle aufsichtsrechtlichen Anforderungen erfüllen.

Validierung harmonisierte Szenarien 2026

Ausreichender Schweregrad

Die Erfüllung des aufsichtlich geforderten ausreichenden Schweregrads eines Szenarios lässt sich nicht direkt aus der zentralen Szenariodefinition oder den Parametervorgaben ableiten. Stattdessen ist für die Institute eine umfassende und individuelle Prüfung sowie Einwertung der Szenariowirkung unter Berücksichtigung der institutsindividuellen Portfoliostruktur notwendig.

Dabei sind folgende Punkte zu berücksichtigen:

  • die Konsistenz zwischen ökonomischer und normativer Perspektive,
  • die Plausibilität der Ergebniswirkungen unter den aktuellen Marktbedingungen,
  • sowie die Angemessenheit der Stressintensität im Vergleich zu historischen und hypothetischen Belastungssituationen.

Validierung als strukturierter Bewertungsprozess

Die aufsichtsrechtlich geforderte Validierung der Szenarien ist nicht als formale Pflichtübung zu verstehen, sondern als strukturierter Bewertungsprozess. Im Mittelpunkt stehen:

  • eine nachvollziehbare Analyse der zugrunde liegenden Annahmen,
  • die Bewertung der Ergebnisse und ihrer Steuerungsrelevanz,
  • sowie eine konsistente und prüfungssichere Dokumentation.

Insbesondere bei knappen Ressourcen zeigt sich, dass ein adäquates und strukturiertes Vorgehen entscheidend ist, um eine ausreichende Betrachtungstiefe effizient umzusetzen.

Standardisierte Validierung schafft Orientierung

Ein standardisiertes Vorgehen auf Basis des SR-/FI-Standards bietet hier einen praktikablen Rahmen. Es ermöglicht,

  • alle wesentlichen aufsichtsrechtlichen Anforderungen systematisch zu berücksichtigen,
  • die dezentrale Validierung einheitlich und vergleichbar umzusetzen,
  • den Fokus auf die inhaltlich relevanten Fragestellungen zu lenken.

Durch diese Vorgehensweise wird die Validierung strukturiert und nachvollziehbar durchgeführt, ohne an Substanz zu verlieren.

Fazit

Die aktuellen harmonisierten Szenarien erfordern eine fundierte fachliche Einordnung – insbesondere im Hinblick auf die institutsindividuellen Szenariowirkungen und einen ausreichenden Schweregrad. Eine strukturierte, standardisierte Validierung unterstützt Sparkassen dabei, diese Einordnung nachvollziehbar und effizient unter Berücksichtigung aller aufsichtsrechtlichen Anforderungen vorzunehmen.

Neben der Validierung einzelner Module bieten wir auch gerne ein umfassendes Validierungspaket an, das alle relevanten Themen der Banksteuerung abdeckt.

Sollten Sie hierzu im Rahmen unseres standardisierten Validierungsansatzes Unterstützung wünschen, sprechen Sie uns gerne an!

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